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Westdeutsches Prostatazentrum
Klinik am Ring
Hohenstaufenring 28
50674 Köln

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Große Resonanz beim 2. Patientenforum Prostata in Wiesbaden

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Wiesbaden, 7. November 2008 – Mehr als 100 Interessierte informierten sich beim 2. Wiesbadener Patientenforum über den aktuellen Stand in der Vorsorge, Früherkennung und Behandlung von Prostataerkrankungen. Über drei Stunden lang stellten sich Wiesbadener Urologen und Experten des Westdeutschen Prostatazentrums den Fragen des Publikums.

Die Entwicklung in den letzten Jahren ist alarmierend: Mit 58.000 Neuerkrankungen pro Jahr hat sich Prostatakrebs zum häufigsten diagnostizierten Krebs entwickelt und ist die zweithäufigste Krebstodesursache beim Mann. Anders als in anderen Ländern ist Prostatakrebs in Deutschland allerdings noch immer ein Tabuthema. „Dabei ist der Krebs, wenn er früh genug erkannt wird, heilbar“, betonte Dr. Walter Müller, niedergelassener Urologe in Wiesbaden. „Durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen ab dem 45. Lebensjahr könnten 90 Prozent der Prostatakrebserkrankungen in einem frühen Krankheitsstadium diagnostiziert und erfolgreich behandelt werden. Die Realität zeigt jedoch: Nur etwa 20 Prozent der Männer ab 45 Jahren gehen regelmäßig zu ihrem Urologen. „Aber auch eine gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Fisch sowie die Einnahme bestimmter Nahrungsergänzungsstoffe kann das Prostatakrebsrisiko senken“, verdeutlichte Heike Ottermann, Ernährungsmedizinerin aus Wiesbaden, anhand aktueller Studienergebnisse.

Prostata gutartig vergrößert
Um über Vorsorge und Behandlung von Prostataerkrankungen aufzuklären, hatte das Westdeutsche Prostatazentrum vergangenen Freitag zu einem Patiententag im Kurhaus in Wiesbaden eingeladen. „Jeder Mann über 50 Jahre muss damit rechnen, früher oder später Probleme mit der Prostata zu bekommen“, sagte der Urologe Dr. Pedram Derakhshani vom Westdeutschen Prostatazentrum. Glücklicherweise seien die meisten Probleme beim Wasserlassen auf eine gutartige Prostatavergrößerung zurückzuführen. Diese wird zunächst medikamentös behandelt und erst wenn die Therapie keinen Erfolg zeigt, ist ein operativer Eingriff notwendig – entweder durch die Ausschälung der Prostata oder durch die schonende Lasertechnik, bei der das vergrößerte Prostatagewebe blutungsarm verdampft wird.

„Werden allerdings durch gezielte Vorsorgeuntersuchungen - PSA-Bluttest, Tast- und Ultraschalluntersuchungen - Krebszellen in der Prostata festgestellt, gibt es je nach Größe und Ausbreitung des Tumors verschiedene Behandlungsmöglichkeiten“, erklärte Dr. Stephan Neubauer  „Bei der Mehrzahl der Betroffenen wird in Deutschland die Vorsteherdrüse durch eine Operation noch immer komplett entfernt. Der schwere chirurgische Eingriff ziehe jedoch oftmals Inkontinenz und Impotenz nach sich."

Wirksam und schonend zugleich
„Heute gibt es mit der mit der so genannten Brachytherapie eine schonende und ebenso wirksame Alternative dem Krebs zu Leibe zu rücken“, erläuterte Dr. Gregor Spira vom Westdeutschen Prostatazentrum. Bei der Brachytherapie werden kleinste Strahlenquellen (Seeds) in die Prostata eingesetzt. Die Seeds zerstören den Tumor durch hochdosierte gezielte Strahlung von innen, die Prostata bleibt erhalten. Bei gleichen Heilungsraten hat die Brachytherapie gegenüber der Totaloperation einen wesentlichen Vorteil „Die gefürchtete Impotenz bleibt den meisten Patienten erspart. Eine Harninkontinenz tritt als Folge praktisch nicht mehr auf“, erklärte der Radioonkologe. Bei Patienten, deren Prostatakrebs bereits weiter fortgeschritten ist, wird die Kombination aus innerer und äußerer Bestrahlung eingesetzt. „Damit können sehr gute Erfolge erzielt werden“, sagte Dr. Carsten Weise, Strahlentherapeut im Westdeutschen Prostatazentrum.

Walter Müller empfiehlt Betroffenen, die gerade erst mit der Diagnose Prostatakrebs konfrontiert wurden, sich viel Zeit zu nehmen, bevor sie eine Therapieentscheidung treffen. Die Aufgabe des behandelnden Urologen sei es Informationen für eine kompetente Entscheidungsfindung zur Verfügung zu stellen und mit dem Patienten seinen Lebensplan durchzugehen: Wie wichtig ist Sexualität? Kann ich mich mit einer geringen Inkontinenz abfinden? „Dies sind alles Fragen“, so der Urologe, „die vor der Therapieentscheidung berücksichtigt werden müssen.“