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HiFU (Hoch Intensiv Fokussierter Ultraschall) heißt eine der Behandlungsmethoden bei Prostatakrebs, die derzeit in den Medien als neue Hoffnung gegen die häufigste Krebserkrankung beim Mann diskutiert wird. Aber noch ist die Behandlungsmethode gegen bösartige Tumore in der Prostata nicht ausreichend erforscht und getestet. Weltweit wurden bisher nur sehr wenige Patienten mit Prostatakrebs mit dem HiFU-Verfahren behandelt. Darüber hinaus gibt es zu wenige Erkenntnisse über Nebenwirkungen, die erst Jahre nach Abschluss der Behandlung auftreten können.

HiFU ist somit ein experimentelles Verfahren, welches noch in der Erprobung ist und nach der aktuellen S3-Leitlinie Prostatakarzinom nur im Rahmen von Studien Anwendung finden sollte. Eine aktuelle Studie1 im renommierten British Journal of Urology konnte nun erstmals Langzeitergebnisse von Patienten mit einem lokalisierten Prostatakarzinom liefern, die mit HiFU behandelt wurden. 80 Prozent der Männer wiesen nach fünf Jahren ein s.g. biochemisches Rezidiv (PSA-Anstieg von mehr als 1,2 ng/ml über den PSA-Ausgangswert). Ein solcher PSA-Anstieg ist zumeist als Hinweis auf ein erneutes Tumorwachstum zu deuten. Entsprechend galten nur 20 Prozent der Männer nach fünf Jahren als geheilt.


Nachteil der HiFU-Behandlung
Ultraschallwellen treffen mit hoher Energie auf die Prostata. Das Prostatagewebe wird von diesen Ultraschallwellen zerstört. Im Gegensatz zur gutartigen Vergrößerung entwickelt sich der Prostatakrebs aber in aller Regel im Bereich der so genannten Prostatakapsel, und somit in unmittelbarer Nähe des Enddarmes. Die HIFU-Behandlung bei Prostatakrebs birgt daher das Risiko einer Darmverletzung und Fistelbildung.2 Durch die starke Hitzewirkung auf das Organ wird in vielen Fällen auch die Potenz des Mannes negativ beeinflusst. Eine potenzerhaltende Teilbehandlung ist zwar möglich, allerdings wird dabei das Prostatagewebe nicht vollständig entfernt und somit ist auch die endgültige Beseitigung des Tumors nicht gewährleistet.


Außerdem können größere Prostatavolumina nicht behandelt werden, da keine ausreichende Energie in den inneren Zonen des Organs erreicht wird, so dass vor einer HIFU eine operative Verkleinerung (TURP) erforderlich wird. Hier kann dann endgültig nicht mehr von einem "minimalinvasiven Verfahren" gesprochen werden.


1Ripert T et al.: Six years' experience with high-intensity focused ultrasonography for prostate cancer: oncological outcomes using the new 'Stuttgart' definition for biochemical failure. BJU Int. 2010 Nov 17.

2Netsch C, Bach T, Gross E, Gross AJ. Rectourethral Fistula After High-intensity Focused Ultrasound Therapy for Prostate Cancer and Its Surgical Management. Urology. 2011 Jan 5.



 

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